Intraossärer Zugang (EZ - IO)

update 10.12.2014

[Gebrauchsanweisung (englisch)]   [Video]      [Video 2]        [Video Humerus]           [Auswertung ez io Okt 2009 - Okt 2010]         [Auswertung Stand Okt 2012]
[Auswertung Stand Okt 2013]  [Auswertung Stand Okt 2014]

Zusammenfassung Auswertung ez io Stand Okt 2014:
225 dokumantierte Anwendungen seit 2009.
Überwiegend GCS 3, Überwiegend Reanimationen (121 Anwendungen).
15 NEF und 13 NEF mit den meisten Dokumentationen.
Zeitbedarf in 68 % unter 1 Minute
Erfolgsrate 95,6 %

Zum 01.10.2009 wird die Ausstattung der NEF erweitert. Um auch bei Erwachsenen einen intraossären Zugang nutzen zu können, führen wir die "Bohrmaschine", EZ - IO ein.
Die EZ - IO kann mit drei verschiedenen Nadelgrößen betrieben werden:

- Kindernadel (Länge 15 mm)
- Erwachsenennadel (25 mm)
- adipöse Erwachsenennadel (45 mm)

Wichtig ist, dass nach Durchstechen der Haut und Knochenkontakt der Nadel noch mindestens 5 mm der Nadel frei sind (Markierung an der Nadel!), so ist sichergestellt, dass der Markraum erreicht werden kann. Ist die 5 mm Markierung nicht sichtbar, muss eine längere Nadel verwendet werden.

Der Anschluss für die Nadeln ist magnetisch, sodass man die Nadel einfach und hygienisch sicher aus der Verpackung nehmen kann. Am Handgriff befindet sich eine Leuchtdiode, die beim Bohren aufleuchtet. Leuchte sie grün, ist die Batterie in Ordnung, leuchtet sie rot, sind noch ca. 50 Bohrungen möglich, es wird also Zeit eine neue Maschine zu bestellen. Der Auslöser ist mit einer Schutzkappe versehen.
Um die Laufzeit (ca. 700 - 1000 Bohrungen) nicht zu verkürzen, ist ein Testen der Bohrmaschine im Rahmen des Fahrzeugchecks nicht vorgesehen!

                                         Leuchtdiode grün: Baterie in Ordnung

                                         Leuchtdiode rot: Batterie schwach, ab jetzt nur noch ca. 50 Bohrungen möglich

 

                                                                        

Üblicherweise kommt beim Erwachsenen (und auch beim Kind) die proximale Tibia als Punktionsort in Frage, andere Orte (distale Tibia, proximaler Humerus) sind auch möglich, erfordern aber eine besondere Schulung.
1. Auffinden des Punktionsortes:
Tuberositas tibiae tasten, ca. 1 cm davon medial die Vorderkante der Tibia tasten, dies ist der korrekte Punktionsort.

2. Punktionsort ausreichend desinfizieren (Einwirkzeit beachten)

3. Behältnis der Nadel öffnen

4. Nadel mit dem Magnetaufnehmer des Schraubers aus dem Behältnis nehmen

5. Schutzkappe entfernen (Abziehen unter Betätigung des Schraubers)

6. Nadel zur Knochenfläche senkrecht und ohne Betätigung des Schraubers durch die Haut stechen, bis Knochenkontakt besteht

7. Sicherstellen, dass die 5 mm Marke zu sehen ist.

8. Schalter des Schraubers betätigen und ohne Druck bohren, bis spürbar der Widerstand verloren geht, jetzt den Schalter sofort loslassen
(wichtig: kaum Druck ausüben, die Arbeit wird vom Schrauber geleistet,
nach Widerstandsverlust den Schrauber nicht zurückziehen, nur Schalter loslassen!)
Lokalanästhesie in der regel nicht erforderlich.

9. Nadel mit einer Hand fixieren, Schrauber senkrecht entfernen

10. Trokar aus der Kanüle schrauben (gegen den Uhrzeigersinn)

11. entlüftete Verbindungsleitung anschließen (enthält Rückschlagventil! Blauer Kunststoff läßt sich mit der Spritze / Infusionsleitung eindrücken)

12. Drei Wege Hahn an Verbindungsleitung anschließen (nicht im Set enthalten)

13. Bolusgabe von 10 ml kristalloide Lösung, ggf. kann bei wachem Patienten die Gabe von Lidocain / Xylocain 20 - 40 mg (Kind 0,5 mg/kg) erforderlich sein, um den Injektionsschmerz zu reduzieren.

14. Druckinfusion in der Regel erforderlich.

 

Kontraindikationen:

1. Fraktur des betroffenen Knochens (nachgewiesen oder anzunehmen)

2. an einem Knochen nur eine Punktions durchführen, kein zweiter Punktionsversuch am selben Knochen (Paravasat)

3. lokale Infektionen

 

Die io Nadel muss spätestens nach 24 h entfernt werden (Patientenarmband mit Punktionsdatum und Uhrzeit!)
Zum Entfernen einfach mit einer Luer Spritze die Nadel im Uhrzeigersinn herausdrehen und ziehen.
Risiko bei Liegezeiten > 24 h einer Osteomyelitis bei ca. 0,6 %.

 

Welche Medikamente können gegeben werden?
Alles was i.v. gegeben werden kann, geht auch io!
Die Dosierung ist identisch zur i.v. Gabe.
Zurückhaltung bei hypertoner Kochsalzlösung (Hyper Haes)
Glukose 40 %, Amiodaron etc. kein Problem!